Stille Zeit 2025
Stille Zeit 2025 in den Ev. Gästehäusern Sandkrug
TAG 1:
17 Kolleginnen und Kollegen trafen sich am 6. Oktober zu einer neuen Rüstzeit, der „Stillen Zeit“ um 10 Uhr auf dem Parkplatz der Gästehäuser, es war wieder mal eine freudige Begrüßung. Bevor es in die Zimmer ging, versammelten wir uns im Seminarraum, in dem uns Steffen Schön aus dem Hausleitungsteam herzlich begrüßte und uns die wichtigsten Informationen der nächsten Tage mit auf den Weg gab.
Im Anschluss, wie immer, eine kurze Vorstellungsrunde, danach ging es zum Mittagstisch.
Nach einer Tasse Kaffee/Tee (oder auch zwei….) begleitete uns Pfarrer Oliver Dürr aus Molbergen mit einem interessanten Vortrag durch den Nachmittag. Es ging im Kern um das Nizäische Glaubensbekenntnis, wobei er aber zu Anfangs von der Entwicklung des Christentums vom dritten Jahrhundert an bis in die Neuzeit hinein uns einen Einblick der verschiedenen Glaubensrichtungen im europäischen, nordafrikanischen sowie nahöstlichen Raum vermittelte. Auf das Nizäische Bekenntnis hat man sich 325 n.Chr. im ersten Konzil geeinigt, das Teile noch heute in „unserem“, dem Neuapostolischen Bekenntnis, enthält.
Nach dem Abendessen machten wir uns auf in die Kreuzkirche nach Sandkrug, dort feierten wir einen Abendmahlsgottesdienst mit Pfarrer Dürr sowie seinem Begleiter Kalli, dem Kirchenraben. Uns machte er deutlich, dass Kirche immer wieder „Türöffner“ braucht, der Rabe ist es in Kindergottesdiensten für die Kleinen in seiner Gemeinde, aber auch die Funktion der Küsterin/des Küsters spielt in jeder Kirche eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe.
TAG 2:
Am heutigen Tag hatten wir Pfarrer Martin Röker aus Brake zu Besuch. Nach einer Vorstellungsrunde berichtete er uns über die neun Jahre als Reisepastor in Finnland. Im Jahre 2005 ist er zusammen mit seiner Familie in den Süden des Landes gezogen. Von dort aus arbeitete er mit seiner Frau in verschiedenen Gemeinden, er mehr in der westlichen, seine Frau an der östlichen Region des Landes. Dabei zeigte er eindrucksvolle Bilder aus der Zeit und brachte uns viele Traditionen Finnlands nahe. Natürlich durften auch die Erlebnisse in der Natur zu verschiedenen Jahreszeiten nicht fehlen. In der Mitte des Seminarraums lagen verschiedene Nutzgegenstände, die für Finnland typisch sind.
Am Nachmittag ging es um das Thema „Andere Gottesdienstformen“. Wir bildeten kleine Gesprächsgruppen, in denen wir uns überlegen sollten, was in einem Gottesdienst unbedingt notwendig ist, um es Gottesdienst nennen zu können. Es wurden viele Begriffe gesammelt, die Martin Röker einzeln auf Zettel festhielt. Während einer Diskussionsrunde sind wenige Dinge heraussortiert worden, die letztendlich dafür genügen. Im Anschluss haben noch einige aus ihren Gemeinden erzählt, welche abgeänderten Gottesdienstform ergänzend zur traditionellen gefeiert werden. Es war sehr interessant.
Nach dem Abendessen feierte Anke mit uns eine besinnliche Kerzenandacht, in der alle eine Kerze in der Hand hielten und die Flamme beim Nachbarn entzündeten, so dass wir sozusagen alle mit dem Licht verbunden waren. Eine kurze Unterhaltung entstand nach der Andacht im Kerzenschein der 18 brennenden Kerzen.
TAG 3:
Durch den heutigen Vormittag führte uns unsere Kollegin Simone, die uns über die Pflanzen informierte, die namentlich auch in der Bibel erwähnt werden, vornehmlich waren es der Feigenbaum, die Gerste, der Weizen, der Granatapfel, der Weinstock, die Libanonzeder und die Dattelpalme. Aber auch viele andere Pflanzenarten erklärte sie sehr anschaulich, so dass der Vormittag gefühlt schnell vorüber ging.
Nach dem Mittagessen machten wir uns alle auf den Weg nach Berne in die St.-Aegidius-Kirche, in der uns schon Orgelsachverständige Natalia Gvozdkova erwartete. Nachdem wir auf unserer Frühjahrstagung in Wildeshausen die jüngste Kirchenorgel kennenlernten, erlebten wir als Pendant die älteste in der Landeskirche. Diese Orgel wurde ursprünglich 1596 von Reinhard von Lampeler entworfen und gebaut, aber auch Christian Vater hatte 1714 dieses Musikinstrument repariert und teilweise umgebaut. Desweiteren erfolgten immer wieder weitere Umbauten durch verschiedene Orgelbauer, der letzte erwähnenswerte durch Alfred Führer im Jahre 1960. In den Jahren 2023-2025 gab es eine denkmalsgerechte rekonstruktive Restaurierung durch Orgelbau Jens Steinhoff. Natalia hatte uns vieles über die Entwicklung der Orgel erklärt, sowohl was die Optik als auch die Mechanik betrifft. Ein Kollege ließ es sich nicht nehmen, auszuprobieren, die Orgel bei einem evtl. auftretendem Stromausfall den Blasebalg per Muskelkraft zu treten, was ihm akustisch zur Zufriedenheit von Natalia gelang…
Danach fuhren wir ins Arboretum nach Neuenkoop beginnend mit einer Kaffee- und Teepause in der Kulturdiele, einem Bistrocafé im ehemaligen Stallgebäude. Simone führte uns mit einer ansteckenden Begeisterung durch den liebevoll angelegten Garten. Hier zeigte sie uns die Pflanzen und Bäume, die vormittags in ihrem Referat Thema waren. Für manche schien es unglaublich, dass dort auch exotische Pflanzen ganzjährig ihren festen Platz behalten ohne ins Winterquartier zu müssen.
Nach dem Abendessen trafen wir uns noch einmal in der ganzen Runde zum gemütlichen Beisammensein. Hier gab es Gelegenheit, Katja Gronewoldt Danke zu sagen für ihre Tätigkeit in der Öffentlichkeitsarbeit. Katja will sich beruflich neu orientieren, wir wünschen ihr für ihren weiteren Lebensweg alles Gute und Gottes Segen.
TAG 4:
Es war mal wieder soweit, dass der Tag des Abschieds gekommen ist. Nach einem guten Frühstück trafen wir uns noch einmal im Seminarraum, Simone und Anke hatten eine Andacht vorbereitet, die wir eigentlich am Abend zuvor halten wollten, die wir aber dann auf diesen Vormittag legten. Monika und Hermann konnten aus privaten Gründen leider diesmal nicht an der Stillen Zeit teilnehmen und mussten kurzfristig absagen, aber Monika hatte extra für diese Andacht Musik vorbereitet, die sie auf CD einspielte, vielen Dank dafür.
Danach ging es wie immer in die Schlussrunde, in der jede/r noch einmal Gelegenheit hatte, Resümee aus den vergangenen Tagen zu ziehen. Es war teilweise sehr emotional und berührte uns alle. Insgesamt war es wieder mal eine Zeit des Entschleunigens und informativer Gespräche.
Großen Dank sprechen wir aus an Simone, die mit viel Engagement und Liebe diese Tage organisierte, Pfarrer Dürr und Pfarrer Röker für die interessanten Vorträge, die uns alle mitgenommen haben, Natalia Gvozdkova für den Ausflug an der historischen Orgel in der Berner Kirche sowie auch Anke Michels, die in diesen Tagen „Toasty“ vertreten hatte und uns zu den Mahlzeiten mit passenden Tischgebeten versorgte.
Wolfgang Jöllenbeck
